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Kurzgeschichte
„Das sind wir“

By adminod, 4. November 2013

Oktoberdruck hat 1973 als selbstverwaltete Druckerei begonnen. Die ursprüngliche GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) wurde zunächst in eine GmbH und später in eine „kleine Aktiengesellschaft“ umfirmiert.

Das Unternehmen wird von uns Mitarbeitern geführt und befindet sich als Aktiengesellschaft auch in unserem Besitz. Die rechtlich verantwortlichen Personen werden von der Belegschaft gewählt. Da wir alle Tätigkeiten als gleichwertig erachten, gibt es für alle MitarbeiterInnen einen einheitlichen Stundenlohn.

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In den 90ern

Oktoberdruck ist ein offenes Labor für Nachhaltigkeit und Gestaltung. Wir freuen uns über alle, die bei uns mit ihren Ideen für alternative Wirtschaftsformen andocken. Vor allem das Zusammenspiel von ökologisch-gesellschaftlicher Verantwortung und kreativem Druckhandwerk liegt uns am Herzen. Dafür wurden wir 2012 mit dem BUND-Umweltpreis ausgezeichnet.

Im Oktober 2013 feierten wir das 40-jährige Firmenjubiläum, mit Hunderten von Freunden, Kunden, Weggefährten, Geschäftspartnern und treuen Fans.

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40 Jahre Oktoberdruck 2013 (Foto: Björn-Arne Eisermann)

Oktoberdruck ist einer der Pioniere beim umweltfreundlichen Drucken und zählt zu den führenden Offsetdruckereien in Berlin. Wir 15 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 2 Mio. EUR.
 

„Lebenslauf“ Oktoberdruck

1973

Oktoberdruck wird von drei Studenten als GbR gegründet. Der Betrieb arbeitet auf kollektiver Basis, sympathisiert mit trotzkistischen Gruppen, ohne jemals in Abhängigkeit zu einer politischen Gruppe zu geraten. Heimat des jungen Unternehmens wird eine ehemalige Schokoladenfabrik am Paul-Lincke-Ufer. Das Startkapital wird in eine neue Rotaprint Druckmaschine R 50 x 70 umgesetzt.

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Ende der 70er

 

1975

Der Betrieb wächst und zieht mit seiner Eigenwilligkeit Mitarbeiter und Kunden an. 1976 werden Magazine wie Hobo, Zitty, tip und Courrage produziert. Die neue größere Druckmaschine Miller TP 36 mit neuartiger Umsteuerungstechnik verändert die Arbeitsstrukturen: Der mehrschichtige Betrieb wird eingeführt.
 

1980

Überforderung, wirtschaftliche Schieflage und Querelen um die politische Perspektive führen zur Trennung von einem Teil der Belegschaft und Umfirmierung in eine GmbH. Alle MitarbeiterInnen sind fortan Gesellschafter und so an unternehmerischen Entscheidungen und Risiken beteiligt. Es gibt eine Küche und wechselnde KöchInnen. Die Maschinen werden zyklisch durch neue ersetzt.

Der Betrieb wächst stetig. Bei 40 Mitarbeiter angelangt, ist eine Umstrukturierung erforderlich. Flache Hierarchien mit Abteilungsleitungen werden eingeführt, die Entscheidungen in der Produktion erfolgen nun nach dem Räteprinzip. Anforderungen und Qualitätsanspruch wachsen in den folgenden Jahren. Technische Erneuerungen und Investitionen werden nach Bedarf getätigt.
Die Auseinandersetzung mit den Umweltauswirkungen wird immer schon von der Belegschaft vorangetrieben.
 

1995

Oktoberdruck führt als einer der ersten Betriebe ein Umweltmanagementsystem ein, das später unter dem Namen EMAS bekannt wird. Mitte der neunziger Jahre entbrennt eine Debatte mit der informellen Führung über Teilhabe und Entscheidungsstrukturen. In Folge dessen verlässt ein Drittel der Belegschaft die Firma und gründet – wie schon einmal in der Geschichte – eine neue Druckerei. Oktoberdruck firmiert nach der problematischen Erfahrung mit der GmbH-Rechtsform um in eine kleine, nicht börsennotierte AG.

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25 Jahre Oktoberdruck

 

2001

Der Standort am Paul-Lincke-Ufer wird aufgegeben, da es nicht genügend Platz für neue und größere Maschinen gibt. Die Belegschaft will in Kreuzberg bzw. in der Nähe bleiben: Die Rudolfhalle an der Oberbaumbrücke – auf der Friedrichshainer Spreeseite – wird zum neuen Quartier. Der Umzug mit umfassenden Baumaßnahmen und einer komplett neuen Technik birgt auch unkalkulierbare Risiken. Nach einer kritischen Phase mit zahlreichen baulichen Nachrüstungen und veränderten Arbeitsabläufen konsolidiert sich der Betrieb mit einem Drittel weniger Mitarbeitern. Ein schmerzhafter Prozess mit bleibenden Narben.

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Oktoberdruck Paul-Lincke-Ufer

Es folgen Jahre, in denen vor allem das Geld für die Kredite erarbeitet werden muss. Die qualitative und umweltgerechtere Produktion zieht viele neue, interessierte und kreative Kunden an. Die MitarbeiterInnen üben sich in demokratischen Prozessen. Die selbstverwaltete Betriebsorganisation erfreut sich immer größeren öffentlichen Interesses.

Viele Studenten unterschiedlicher Studienrichtungen besuchen den Betrieb, absolvieren Praktika und arbeiten im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten projektbezogen mit.
 

Heute

Das Unternehmen sieht sich mit den Auswirkungen eines umfassenden Branchenumbruchs konfrontiert. Die eigene Marktberechtigung wird regelmäßig überprüft; neue, vielfältige Angebote und Beteiligungs-möglichkeiten für Kunden (z.B. Occupy the Druckerei) werden entwickelt.

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40 Jahre Oktoberdruck Party (Fotos: Björn-Arne Eisermann)

Weitere Fotos können Sie sich über folgenden Link angucken.
Erinnerungsfotos   (PDF ca. 4 MB)
 
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